Gottesanbeterin Haltung
Allgemeines zur Haltung der Gottesanbeterin
Bevor man sich für die Haltung einer Gottesanbeterin entscheidet, sollte man sich gründlich über die jeweilige Art und deren spezifische Anforderungen informieren. Die Ansprüche an Terrariumgröße, Temperatur und Luftfeuchtigkeit können je nach Herkunft und Art der Gottesanbeterin erheblich variieren. Während einige Arten recht anspruchsvoll sind und viel Erfahrung erfordern, gibt es auch pflegeleichte Arten, die sich gut für Einsteiger eignen. Eine besonders empfehlenswerte Art für Anfänger ist die indische Riesengottesanbeterin (Gattung Hierodula).
Die indische Riesengottesanbeterin
Aussehen und Verhalten
Die indische Riesengottesanbeterin erreicht im ausgewachsenen Zustand eine Körperlänge von etwa 7 bis 10 cm. Ihr Erscheinungsbild ist durch einen meist hellgrünen Farbton geprägt, der jedoch individuell auch dunkler ausfallen kann. Durch ihr relativ dickes Abdomen wirkt diese Art gedrungen und robust.
In freier Wildbahn kommt sie in den feuchten Wäldern Südasien vor, wo sie auf Bäumen lebt. Dieses natürliche Habitat beeinflusst auch die Anforderungen an ihre Haltung.
Im Vergleich zu anderen Gottesanbeterinnen ist die indische Riesengottesanbeterin robust und relativ pflegeleicht. Besonders praktisch: Sie kann sogar auf einer Zimmerpflanze frei gehalten werden. Zudem ist sie tagaktiv, was sie für Halter besonders interessant macht, da ihr Verhalten tagsüber gut zu beobachten ist.
Wichtig: Diese Art kann nur einzeln gehalten werden, da Gottesanbeterinnen sehr territorial sind und bei Kontakt mit Artgenossen häufig kannibalistisch reagieren.
Terrariumhaltung
Terrariumgröße und Ausstattung
- Ein Terrarium mit den Mindestmaßen 20 x 20 x 30 cm (Breite x Tiefe x Höhe) bietet ausreichend Platz.
- Der Boden kann mit Materialien wie Moos, Rinde, Erde oder speziellem Substrat bedeckt werden.
- Als Einrichtung eignen sich Zweige, Blätter und Pflanzen (echt oder künstlich). Diese bieten der Fangschrecke sowohl Klettermöglichkeiten als auch Verstecke.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Die ideale Temperatur liegt zwischen 20°C und 28°C. Zusätzliche Wärmestrahler sind bei dieser Art in der Regel nicht nötig.
- Eine Luftfeuchtigkeit von 50–60 % kann leicht durch regelmäßiges Besprühen des Terrariums aufrechterhalten werden.
- Besprühe das Terrarium alle zwei Tage leicht mit Wasser.
- Sorge für eine gute Belüftung, um Stickluft oder Staunässe zu vermeiden.
Merke: Eine höhere Temperatur beschleunigt die Entwicklung der Tiere, verkürzt jedoch ihre Lebensdauer.
Beleuchtung
- Das Terrarium sollte an einem hellen Standort stehen. Direkte Sonneneinstrahlung ist jedoch zu vermeiden, da sie zu Überhitzung führen kann.
Gitterabdeckung
- Eine Abdeckung aus Gaze oder feinmaschigem Drahtgewebe ist ideal. Die Gottesanbeterin hängt sich gerne kopfüber daran – vor allem während der Häutung.
Zimmerfreihaltung
Die indische Riesengottesanbeterin ist eine der wenigen Arten, die auch außerhalb eines Terrariums auf einer Zimmerpflanze gehalten werden können. Für die Zimmerfreihaltung eignen sich ausschließlich Weibchen, da männliche Tiere im Erwachsenenalter flugfähig sind.
Anforderungen an die Pflanze
- Wähle eine robuste und dichte Pflanze mit vielen stabilen Zweigen und Blättern.
- Stelle sicher, dass die Pflanze nicht in direkter Sonneneinstrahlung steht.
- Halte einen gewissen Abstand zu Wänden oder Möbeln, um zu vermeiden, dass das Tier davonklettert.
Pflege
- Besprühe die Pflanze regelmäßig mit Wasser, um die Luftfeuchtigkeit zu erhalten und dem Tier die Möglichkeit zu geben, Wasser aufzunehmen.
Ernährung
Gottesanbeterinnen ernähren sich ausschließlich von lebender Beute. Die Beutetiere können entweder mit einer Pinzette gereicht oder frei ins Terrarium gesetzt werden.
Geeignete Beutetiere
- Wähle Beutetiere, die die Körpergröße der Gottesanbeterin nicht überschreiten, z. B.:
- Fliegen
- Heimchen
- Schaben
- Giftige oder zu wehrhafte Insekten (z. B. Wespen) sollten vermieden werden.
Fütterungstipps
- Junge Tiere sollten bevorzugt mit der Pinzette gefüttert werden, da sie weniger geschickt im Beutefang sind.
- Erwachsene Tiere können ihre Nahrung eigenständig erlegen.
- Beobachte das Abdomen des Tieres: Ein dickes Hinterteil zeigt an, dass es satt ist. Ist das Abdomen dünn, kann eine Fütterung erfolgen.
Weitere Tipps zur Haltung
- Häutung: Während der Häutung sind Gottesanbeterinnen besonders empfindlich. Sorge für eine hohe Luftfeuchtigkeit und vermeide jegliche Störungen.
- Lebensdauer: Die Lebensdauer der indischen Riesengottesanbeterin beträgt in Gefangenschaft etwa 6 bis 12 Monate, abhängig von Temperatur und Pflegebedingungen.
- Verhalten beobachten: Durch ihre Tagaktivität ist die indische Riesengottesanbeterin ideal für Halter, die das Verhalten ihrer Tiere gerne beobachten.